Fotograf in Österreich werden

Lange Zeit war es so, dass man in Österreich eine Ausbildung machen musste, um sich als Berufsfotograf bezeichnen zu dürfen. Das betraf zum Beispiel Fotografen, die Portraitaufnahmen, Hochzeitsbilder oder Unternehmensfotos machen wollten. Lediglich Pressefotografen waren davon ausgenommen. Doch 2013 wurde dies auf Initiative freier Fotografen vom Gesetzgeber aufgehoben, auch, um sich europäischem Recht anzupassen.

Heute kann jeder ein Fotograf sein, aber dennoch gibt es freiwillige Ausbildungskurse. Die Bundesinnung für Berufsfotografen hat, nachdem eine Meisterprüfung nicht mehr obligatorisch ist, die Austrian Academy Photography gegründet, die eine zweisemestrige Ausbildung anbiete. Ganz oben steht dabei der Qualified Austrian Photographer, der die Meisterprüfung ablöst. Der Lehrgang richtet sich sowohl an Berufsfotografen als auch an Pressefotografen und Experten für Fotografie. Die Absolventen erreichen die Kompetenz mit modernster Technik, geschultem Auge und konzeptueller Erfahrung. Um teilzunehmen, muss man ein Aufnahmegespräch absolvieren und eine Arbeitsmappe mit mindestens zehn Arbeiten vorlegen. Der Kurs kostet etwa 6000 Euro, am Ende erhält man ein von der Bundesinnung ausgegebenen Zertifikat.

Wer diesen Kurs erfolgreich absolviert hat, kann später noch einen Aufbaulehrgang an der Akademie belegen.

Im WIFI Wien kann man den Beruf des diplomierten Berufsfotografen erlernen. Teilnehmer müssen eine eigene Fotoausrüstung mitbringen. Da es sich um eine berufliche Weiterbildung handelt, können unter anderem auch Fördergelder in Anspruch genommen werden. In Workshops und Exkursionen werden Themen wie Grundlagen der Digitalfotografie,

RAW Workflow mit Adobe LightAdobe_Photoshop_Lightroom_v3.0.svgroom, Kreative Bildgestaltung und Bildkritik, Bildbearbeitung mit Photoshop, Grundlagen der Studiofotografie und Web- und Print: Portfolioerstellung behandelt. Ausserdem geht es um Fotografiearten wie Produktfotografie, Mode/Beauty, Reportage und Porträt.

Fotografen, die wie manche der berühmten Vorbilder weitgehend Autodidakten sind, können sich auch bei einem Fotografen zunächst als Assistent bewerben und lernen, wie die Großen arbeiten. Manche Fotostudios bieten auch an, den Nachwuchs auszubilden.

Und schließlich kann man sich – wenn man Talent hat – auch selbst aufmachen, ein Fotograf zu werden. Am einfachsten ist es immer, Zeitungen und Magazinen Bilder anzubieten, um sich ein Portfolio an Veröffentlichungen aufzubauen. Wer künstlerisch arbeitet, kann auch versuchen, selbst Ausstellungen zu organisieren.