Die Geschichte der Fotografie in Österreich ist so alt wie das Genre selbst. Bereits 1861 gründete sich die Photographische Gesellschaft in Wien in der Operngasse 8. Die erste Ausstellung von Fotografien wurde knapp ein Jahr später organisiert. Das Ereignis war bedeutend genug, dass sogar Kaiser Franz Joseph I. kam. Ausgestellt waren vor allem Fotografien berühmter Persönlichkeiten.

In der zweiten Hälfte des 19. JahrDSC0088e-600x338hunderts erlebte die Fotografie im Alpenland einen Boom, vor allem ausgelöst durch günstigere Produktionsmethoden. Bald kam die Idee einer Ausbildungsstätte auf und wurde 1888 mit der k.k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproductionsverfahren in Wien realisiert. Es war weltweit die erste Institution dieser Art für Fotografie. Heute heißt sie Höhere Graphische Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt. Der erste Lehrer war der Fotograf Hans Lenhard. Eine weitere Ausbildungsmöglichkeit wird bei der Austrian Academy of Photography angeboten, wo man Qualified Austrian Photographer werden kann.

Die Gesellschaft besteht heute noch und seit 2004 ist Prof. Dr. Werner Sobotka ihr Präsident.

Aus den 150 Mitgliedern, die die Gesellschaft bei der Gründung hatte, sind heute über 6000 bei der Innung registrierte Fotografen in Österreich geworden – nicht alle übrigens Mitglieder des Vereins. Fotografie ist seit 2013 ein freie Gewerbe und kann im Prinzip von jedermann ausgeübt werden. Man geht davon aus, dass viele Fotografen ein Nebengewerbe angemeldet haben. Allein in Wien hatten sich 2014 etwa 1800 Berufs-Fotografen angemeldet. Wer bereits 3 Jahre als Pressefotograf gearbeitet kann, kann übrigens einen Gewerbeschein als Berufsfotograf beantragen. Vertreten werden Fotografen heute in der Innung der Berufsfotografen die Teil der Wirtschaftskammer Österreich ist.

Ein Österreicher ist übrigens Preisträger des Word Press Photo Awards 2016. Christian Walgram gewann in der Kategorie Sports-Single mit einem Foto eines Sturzes des Tschechen Ondrej Bank. Übrigens dürfen nur Berufsfotografen ein Labor haben und nur solche dürfen Filme drehen. Eine Meisterprüfung gibt es heute nicht mehr in Österreich, sie wurde 2013 abgeschafft.